Einige Stimmen zu den Erfolgen unserer Diabetikerwarnhunde (in Ausbildung)
"Durch die Presse, Fernsehen und Freunde erfuhren wir von der Möglichkeit sich einen Diabeteswarnhund ausbilden zu lassen, in Amerika sehr bekannt, hier fasst diese Ausbildung für Hunde endlich durch Frau Barrett und ihrem kompetenten Team endlich auch Fuss.
Beim ersten Telefonat mit Frau Barrett erfuhren wir, was der Hund erstaunlicherweise alles in der Lage sein würde zu tun und wir waren sehr interesssiert einen solchen Hund für meine 12-jahrige Tocher anzuschaffen. Meine Tocher leidet an Hypos, die sie selber gar nicht wahrnehmen kann und dieses Situation macht uns sehr zu schaffen, besonders in der Nacht. Fast jede Nacht mache ich mindestens eine Kontrollmessung und auch tagesüber ist unser Verbrauch an Teststreifen ernorm stark.
Die Aussicht auf Entlastung durch einen Hund macht uns sehr glücklich und besonders optimistisch.
Schläft meine Tochter bei Freundinnen oder macht nur mit Gleichaltrigen Ausflüge, sitzt oft bei mir die Angst im Nacken, dass meine Tochter sich regelmäßig messen wird, nicht vergisst ihre Zwischenmalzeiten zu sich zu nehmen etc. Ich gehe davon aus, jeder auf dieser Seite weiß, wie abgelenkt Kinder bei Freunden sein können...
Relativ Hundeunerfahren aber Hundeverrückt kam es uns sehr gelegen, dass Frau Barrett sagte, der Hund würde die gesammte Vorausbildung bei den Trainern, in der Pflegefamilie und bei dem Team erhalten, so dass der Hund praktisch einsatzbereit zu uns kommen würde. Die Wartezeit von ca. 12 Monaten schreckte uns nicht ab, denn müssten wir den Hund selbstständig ausbilden, würde es sicherlich noch länger brauchen.
Ein Vorteil des Hundes ist auch die Sicherheit die so ein Hund in meinen Augen meiner Tochter geben wird, sie fühlt sich mit der Diabetes nicht „allein“ sondern hat stets einen Begleiter bei sich, der ihre Last mit ihr trägt.
Sehr positiv und wichtig für uns war auch die Tatsache, dass ein so ausgebildeter Hund nach bestandener Prüfung überall mit hin darf, was uns, die wir auch gerne mal verreisen, oder ins Kino gehen sehr wichtig ist.
Nachdem wir unsere Präferenzen an den Hund angegeben hatten (klein,weiblich, Kaninchentauglich, am liebsten schwarz-weiß, kein Kampfhund) wurde uns ein Bild vor einer potentiellen Kanidatin gemailt und am selben Abend sagten wir zu.
Wir bekamen viele Bilder von ihr, die wir mittlerweile Hulda genannt haben, und Videos auf denen wir sehen können, wie Hulda trainiert wird und was sie bereits alles kann.
Als Höhepunkt konnten wir Hulda am letzten Wochenende auf dem Hundeplatz besuchen (etwa 330km von uns) und meine Tochter bezeichnet den Tag als den schönsten ihres bisherigen Lebens und merkte dazu an, dass sie sehr glücklich sei ihre Diabetes zu haben, da sie sonst Hulda nicht bekommen hätte.
Diese Aussage ist für mich als Mutter das positivste Feetback zu diesem Hund was es gibt.
Meine Tochter durfte Hulda einige Dinge selber beibringen, wie über Gitter laufen und ihr ein Spielzeug mitbringen mit dem sie freudig weit über 2 Stunden gespielt haben.
In ca. 3 Wochen werden wir Hulda wieder besuchen können und meine Tochter zählt die Tage bis dahin, viele Berichte und Bilder die wir regelmäßig bekommen verkürzen die Zeit enorm.
Allein das Glück, dass meine Tochter in der Ausbildungsphase durch unser neues Familienmitglied erfährt lässt mich jetzt schon jeden Tag wissen, dass wir mit Hulda die richtige Entscheidung getroffen haben."
Die Mutter des zukünftigen Frauchens von Hulda
"Ich bin die Mutter von Arnold, der seit seinen 2. Lebensjahr Diabetiker ist. Nebenbei bin ich zufällig auch noch Ärztin und habe vor Arnolds Diabetes mehrere Jahre erwachsene Diabetiker stationär betreut.
Nach einem langen Jahr „ Spritzentherapie“ und Blutzuckerwerten von niedrig bis hoch konnte ich für Arnold eine Insulinpumpentherapie durchsetzen. Seitdem können wir alle wieder fast wie ohne Diabetes leben.
Allerdings bleibt bei mir in fast jeder Nacht nicht anderes übrig, als wenigsten 1 mal den Blutzucker zu kontrollieren. Denn Arnold ist ja noch sehr jung, bewegt sich sehr viel, isst sehr gerne Süßes, Pizza und macht lauter Sachen, die den Blutzucker in alle Richtungen lenken.
An vorrausschauendes Dosieren ist da nicht wirklich zu denken – trotz der vielen medizinischen Kenntnisse und Erfahrungen, die ich schon gemacht habe. Außerdem hat Arnold durch seine sehr enge Einstellung (HbA 1c unter 6.8 konstant sei Diabetesbeginn) kein Wahrnehmung für Unterzuckerungen. Er toleriert Blutzuckerwerte bis 1,6 mmol/l ohne Symptome).
Vor einer geraumen Zeit habe ich im „Insuliner“ gelesen, dass eine Diabetikerin ihren eigenen Hund so ausgebildet hat, das er Unterzuckerungen erkennt und den Diabetiker warnt, ebenso kann er hohe Zuckerwerte erschnüffeln und auch hier Warnung geben. Schwer vorzustellen – dachte ich mir und habe den Artikel erst einmal beiseite gelegt. Auf meinem Schreibtisch hat er wochenlang geschmort. Solche „alternativen lebendigen Messmethoden“ sind dem klassischen Schulmediziner eigentlich ja auch fremd. Nach einiger Zeit habe ich mir den Artikel doch wieder herausgesucht und bin im Internet auf Suche gegangen. Viel habe ich damals nicht gefunden. Allerdings bin ich auf einen Eintrag aus dem Jahr 2002 vom Deutschen Diabetes Forschungsinstitut gestoßen, wo Diabetiker mit Hunden gesucht wurden, deren Hunde ein verändertes Verhalten bei Unterzuckerungen zeigen. Nun wurde ich auch als Schulmediziner hellhörig – sollte es tatsächlich solche Fähigkeiten von Hunden geben?
Ich habe mich sehr intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und der aktuelle Stand für unsere Familie ist wie folgt:
Seit November 2008 haben wir eine Labradorhündin. Sie ist seit Dezember in der Ausbildung zum Behindertenbegleithund mit der Zusatzausbildung Diabetikerwarnhund. Seit dem Lulu bei uns ist, hat sie sich sehr positiv entwickelt und erschnuppert tatsächlich aktuell ca. 80 – 90 % aller Unterzuckerungen, - d.h. sie verändert ihr Verhalten in relativ typischer Form und signalisiert damit die Unterzuckerung. Auch hohe Zuckerwerte werden schon von ihr erkannt. Natürlich muss noch lange ein gezieltes Training erfolgen, damit sich Arnold dann ganz auch Lulu verlassen kann. Die gesamte Ausbildung dauert ja auch 1 ½ Jahre.
Für die Übernahme der Kosten haben wir die entsprechenden Anträge bei Krankenkassen und Behörden gestellt – natürlich mit einer Ablehnung. Jedoch haben wir (nicht als einzige in Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt) Klage eingereicht. Der Weg ist lang. Da ich aber selbst Ärztin bin, viel fachliche Begründungen geben kann und ich intensive ausführliche Recherchen von Klageerhebung betrieben habe, bin ich fest von einer Kostenübernahme ähnlich wie beim Blindenführhund als Hilfs- und Heilmittel überzeugt (unsere Anwalt auch). Ich stelle jedem Interessenten meine Recherchen gern zur Verfügung.
Jedoch gibt es ein paar grundsätzliche wichtige Vorrausetzungen, damit eine solche Ausbildung auch von Erfolg ist.
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Der Hund benötigt artgerechte Haltung – das heißt entsprechend seiner Rasse Auslauf und Beschäftigung.
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Der Diabetiker muss mit einem Hund auf engstem Raum leben können – ein Hund im Zwinger wird nie ein Warnhund.
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Die emotionale Bindung zwischen Diabetiker und Hund ist die Basis des Trainings. Der Hund wird nur freiwillig die schwankenden Zuckerwerte anzeigen – aus der Bindung zum Diabetiker heraus.
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Züchtigung und Nötigung des Hundes bewirken nichts. Alle Trainingserfolge beruhen auf Geduld, Übung, Belohnen, Zuneigung und artgerechter Haltung.
Eine Entscheidung für einen Hund will sehr genau überlegt sein. Der Hund ist ein Teil der Familie. Die Ausbildung ist fundiert und mit den oben genannten Vorraussetzungen klappt es bei uns sehr gut. Lulu wacht über Arnold – auch wenn sie erst 8 ½ Monate alt ist. Wir sind froh, das wir sie haben. Ich schlafe ruhiger und tiefer – natürlich stehe ich zum Blutzuckermessen auch noch nachts auf – aber den Wecker stelle ich mir nicht mehr so oft. Ich verlasse mich immer mehr auf Lulu – die hat mich bisher immer irgendwie wach bekommen.
Für Arnold weitere Entwicklung- Selbstständigkeit, Selbstvertrauen, Teilnahme an Geburtstagen, Kinobesuche etc. wird Lulu ihm zur Seite stehen. Damit ist ein Schritt weiter getan für eine gute Einstellung ohne Angst vor Hypo´s in der Pubertät. Ich denke für uns ist der Weg mit Diabetikerwarnhund der Richtige – aber dass kann nur jeder einzelne für sich entscheiden."
Dr. med. Berit Quaß, Schwerin
"Ich habe mich sehr gefreut, dass ich am letzten Sonntag, das Team der Diabetikerwarnhunde im Unikum zu Gast haben durfte. Sie haben dort mit ihren "kleinen" Patienten und deren Hunden trainiert. Ich kann Euch sagen - ich bin zutiefst beeindruckt was ich dort gesehen habe. Einfach nur toll. Wieder einmal wurde mir sehr deutlich bewußt, was für tolle Freunde unsere "Fellnasen" sind."
Hundetrainerin Gabi von der Hundeschule Unikum
"Erfahren haben wir von Frau Oberenzer durch Zufall. Mein Vater hat mich regelmäßig mit dem Diabetiker-Ratgeber aus der Apotheke versorgt, so auch mit der Ausgabe 6/2008, in der Frau Oberenzer zu lesen war. Umgehend habe ich ihre Internetseite aufgesucht, um mehr zu erfahren. Paula war damals 15 Monate alt, das konnte vom Alter vielleicht gerade noch passen. Also habe ich sofort per Mail Kontak aufgenommen und ein Termin zu Test im Juli 2008 vereinbart. Wir waren hochgespannt, sogar mein Mann, als Jäger bis zu diesem Sommer der einzige "Fachmann" in spezieller Hundeausbildung, war sehr interessiert und hat uns zu diesem Termin begleitet.
Paulas Test fiel in allen Teilen sehr gut aus und es wurde ein Termin für die erste Unterrichtsstunde vereinbart. Schon durch den Test war ich sensibilisiert für Paulas Reaktionen auf mein Befinden und am gleichen Tag habe ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen, wenn Paula meine Unterzuckerungen bermerkt, versucht sie so nah wir möglich an mein Ohr zu kommen, und schnüffelt am und hinter dem Ohr, auffällig interessiert. So reagiert sie regelmäßig auf meine Unterzuckerun und bisher war jeder Blutzuckertest in einer solchen Situation am absoluten Hypo-Bereich.
Ich selbst hatte bis dahin noch keine Anzeichen an mir wahrgenommen. Unser Training läuft gut, nicht weil wir so oft üben, sondern weil Paula und ich Spass daran haben und sie sehr talentiert ist.
Bei der 2. Unterrichtsstunde war Frau Oberenzer ohne Finn auf dem Platz. Paula braucht zwischen den einzelnen Übungen immer eine kurze Pause. In einer dieser Pausen hat sie zunächst an Frau Oberenzers Kleidung, dann an der Hand geschnüffelt und danach versucht so nah wie möglich an ihr Gesicht und ihre Ohren zu kommen in dem sie an ihr hochgesprungen ist. Frau Oberenzer hockte sich in die Knie und Paula war genauso interessiert an ihren Ohren wie bei mir in Hypo-Situationen. Also habe ich Frau Oberenzer empfohlen besser gleich den Blutzucker zu testen und was soll ich sagen, Paula hat einen Volltreffer gelandet. Dass ein Hund die Unterzuckerungen anderer Personen als seines Besitzers erkennt, ist sehr selten und darum war unsere Freude besonders gross.
Wir sind natürlich weiter im Training, denn es gibt noch viel zu tun, aber unsere Motivation ist dadurch, wenn überhaupt möglich, noch gesteigert worden."
Angelika Großmann, Duisburg, Typ 1 Diabetes mit Pumpe, mit Paula
(English Springer Spaniel) heute 21 Monate alt
"Hatten gestern einen total suuuuuupertollen Erfolg mit Bolle: Luisa hatte gestern vor dem Zähneputzen einen BZ von 120 um 19:30 Uhr. Ich hätte von mir aus erst wieder um 21 Uhr gemessen.
Um 19:50 sass Luisa auf dem Bett und Bolle sprang plötzlich mit den Vorderpfötchen aufs Bett und schnupperte an Luisas Mund. Ich habe dann Blutzucker gemessen: 76!!!!!! Das ist sooooooooo genial!
Die Hypo wäre ohne Bolle nicht verhindert worden. Habe die ganze Nacht nicht geschlafen - kann das gar nicht fassen und bin soooooooooooooooooooooooooooooooo glücklich.
Ich bekomme langsam eine Idee davon wie es ist, wenn der kleine Kerl uns etwas Last von den Schultern nimmt und ich keine Angst mehr vor Hypos haben muss."
Luisa, 4 Jahre und Bolle, 5 Monate ( Foto unten )